2/3-Zinssatz – Was genau ist das und wann braucht man ihn?

 


Eine solche Klausel hält der gerichtlichen Inhaltskontrolle stand.

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Um sie dennoch zum Verleihen zu bewegen, müsse man ihnen als Ausgleich Zinsen anbieten. Wenn Arbeiter eine Maschine produzieren, kann hinterher mehr damit hergestellt werden, als die Arbeiter vorher leisten konnten.

Zinsen lassen sich danach aus der zusätzlichen Ergiebigkeit der auf einen Produktionsumweg geleiteten Arbeit erklären. Um die Arbeiter im Voraus zu entlohnen, benötigt der Unternehmer Kapital , wofür er Zinsen zahlen muss und aus der zusätzlichen Ergiebigkeit der Arbeit auch zahlen kann.

Böhm-Bawerk wollte so mit einer eigenen Erklärung des Zinses ein bedeutendes Argument des Marxismus entkräften, wonach der Zins Teil des Mehrwerts ist, der wiederum durch Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalisten gewonnen wird.

Nach ihm ist Zins die Belohnung für die Aufgabe von Liquidität über einen bestimmten Zeitraum oder — was das Gleiche ist — für die Nichthortung von Geld. Sie besteht darin, dass man mit Geld überall und jederzeit problemlos zahlen kann, nicht aber mit anderen Dingen, beispielsweise mit einem Schuldschein aus einem Kreditvertrag.

Sie wollen zahlungsfähig sein und unter dem Marktangebot frei wählen können. Der Vorteil des Geldbesitzes, die Liquiditätsprämie des Geldes , wird beim Kreditgeschäft vom Kreditgeber an den Kreditnehmer verliehen. Für den dabei entgangenen Vorteil lässt sich der Kreditgeber einen Zins bezahlen, welcher die Höhe der Liquiditätsprämie verkörpert.

Dieser Zins ist der Preis dafür, dass er über das verliehene Geld während der Laufzeit des Kredits nicht verfügen kann. Umgekehrt ist der Kreditnehmer bereit, für den erworbenen Vorteil des Geldbesitzes diesen Zins zu bezahlen.

Die Tatsache, dass Geld beim Behalten praktisch keine Nachteile Durchhaltekosten verursacht, macht es Kreditanbietern risikolos, ihr Geld vom Angebot zurückzuhalten, zu horten, solange ihnen der Zins für Kredite nicht hoch genug erscheint oder sie sein Steigen erwarten. Damit wird dem Wirtschaftskreislauf Geld in spekulativer Absicht entzogen und in der Spekulationskasse gehalten.

Diese Zurückhaltung verhindert, dass der entsprechende Zinssatz gegen null sinkt. Keynes bemängelte, dass dadurch die Wirtschaft massiv gestört werden kann. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Macht erreichte.

Nach dem Verfall Roms n. Es gibt eine Vielzahl von Komposita , die den Zins als Wortbestandteil enthalten. Zum anderen steht das Wort Zins für den Zinsbetrag , also den konkreten Geldbetrag, der sich aus der Höhe des verzinsten Kapitals und dem vereinbarten Zinssatz ergibt.

Zinseszins ist die Mitverzinsung desjenigen Zinses, der auf das Kapital aufgeschlagen wird. Mathematisch wird in diesem Zusammenhang zwischen der einfachen oder linearen Verzinsung und der exponentiellen Verzinsung Zinseszins unterschieden. Effektivzins ist der Zinssatz, der sich aus der Einbeziehung des Nominalzinses und weiterer preisbestimmender Faktoren — beispielsweise Gebühren — ergibt. Der Zinssatz ist der wesentliche Teil einer Zinsrechnung , bei der zwischen verschiedenen Zinsberechnungsmethoden zu wählen ist; die Zinsstruktur reflektiert verschiedene Zinssätze.

Der Verzugszinssatz ist beim Zahlungsverzug vom Schuldner an den Gläubiger zu entrichten. Das Zinsniveau des Marktzinses entscheidet darüber, ob eine Hoch- oder Niedrigzinsphase besteht. Ein Zwischenzins kann sich ergeben, wenn ein Schuldner eine Verbindlichkeit vor dem Tag der Fälligkeit begleicht.

Aristoteles betrachtete den Zins als widernatürlich. Daher ist auch diese Form von Erwerb am meisten wider die Natur. Der walisische Philosoph und Ökonom Richard Price veranschaulichte im Danach sollte der Zins möglichst minimiert werden.

Im antisemitischen Klischee des raffgierigen jüdischen Geldverleihers verbinden sich Zinskritik und Rassismus. Weitere Kritikpunkte sind Zeit- und Lohndiebstahl, Wachstumszwang, das annähernd exponentielle Anwachsen der Staatsschulden, die Ungleichbehandlung durch fehlende Einheitszinsen, das Weiterreichen von versteckten Zinsen, die in allen Produkten enthalten sind, an die Endverbraucher, was zur allgemeinen Verteuerung führt.

Teilweise wird das gegenwärtige Zinswesen mit einem Ponzi-Schema verglichen. Es ist nicht mehr erforderlich, dass die Zinsschuld in zeitlich nacheinander folgenden Teilbeträgen entrichtet wird. Vielmehr kann die betreffende Summe auch auf einmal geleistet werden; es ist sogar möglich, den Gesamtbetrag von vornherein von der auszuzahlenden Kreditsumme einzubehalten.

Nach herrschender Meinung sind Zinsen die laufzeitabhängige , gewinn- und umsatzunabhängige, in Geld oder anderen vertretbaren Sachen zu entrichtende Vergütung für den Gebrauch eines auf Zeit überlassenen Kapitals. Ansonsten ist die vertraglich vereinbarte Zinshöhe gesetzlich nicht begrenzt, weil die freie Zinsvereinbarung als Teil der Vertragsfreiheit gilt. Gesetzliche Schranken der Zinshöhe sind Sittenwidrigkeit und Zinswucher. Nicht einmal die Gleichartigkeit von Zins und Hauptschuld ist erforderlich.

Ohne deren Bestand können Zinsen nicht selbständig entstehen. So wird eine Firma zum Beispiel nur dann eine neue Autofabrik bauen, wenn sie daran glaubt, dass die Menschen in den kommenden Jahren mehr Autos kaufen.

Fehlt dieser Glaube, wird die Firma es lieber lassen. Da kann der Kredit noch so günstig sein. Der Zusammenhang erscheint logisch: Niedrige Zinsen führen in der Regel dazu, dass Banken mehr Kredite vergeben. Sie schaffen also neues Geld, das in den Wirtschaftskreislauf kommt. In der Praxis ist der Zusammenhang meist längst nicht so eindeutig. Obwohl die Zinsen fallen, bleibt die Inflation häufig trotzdem niedrig, so war es zum Beispiel in der Eurozone in den vergangenen Jahren.

Ein Grund dafür kann sein, dass Unternehmen und Verbraucher trotz niedriger Zinsen gar keine Kredite aufnehmen wollen. Das neue Geld gelangt also gar nicht erst in den Wirtschaftskreislauf. Niedrige Zinsen bedeuten nicht nur günstige Kredite für Unternehmen und Verbraucher, sondern auch mickrige Renditen für Sparer. Denn wenn Banken oder Versicherungen mit ihren Finanzanlagen selbst keine hohen Zinsen mehr erwirtschaften, müssen sie notgedrungen auch die Zinsen auf die Einlagen ihrer Kunden senken.

Für Sparer sind dauerhaft niedrige Zinsen eine Katastrophe. Bekamen sie im Jahr im Schnitt noch rund drei Prozent Rendite auf ihr Tagesgeldkonto, sind es mittlerweile eher 0,3 Prozent. Bei vielen Banken und Sparkassen sogar deutlich weniger. Was das ausmacht, macht ein Rechenbeispiel deutlich: Beträgt der Zinssatz dagegen 0,5 Prozent, bekommt der Sparer nur Denn nicht nur normale Sparanlagen verlieren an Wert, auch wer eine Lebens- oder Rentenversicherung hat, muss damit rechnen, dass er im Alter deutlich weniger Geld rausbekommt als ursprünglich erhofft.

Prinzipiell ja, denn der Zinssatz macht natürlich einen gewaltigen Unterschied aus. Wer ein Darlehen über Bei einem jährlichen Zinssatz von 2 Prozent dagegen liegen die Zinskosten nur bei Das ist der Hauptgrund dafür, dass Immobilienkäufe derzeit so beliebt sind.

Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es allerdings nicht. Denn weil die Zinsen so niedrig sind und die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern zumindest in Ballungsgebieten extrem gestiegen ist, haben sich auch die Preise der Immobilien in diesen Lagen entsprechend erhöht. Das relativiert das Zinsschnäppchen zumindest.

Deutlich günstiger ist die Lage für Staaten, zumindest dann, wenn sie als vertrauenswürdige Kreditnehmer gelten. Deutschland etwa kann sich seit einiger Zeit fast zum Nulltarif verschulden. Für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit muss der Bund weniger als ein Prozent Zinsen bieten, für Schuldpapiere mit Laufzeiten von zwei oder fünf Jahren sind mitunter gar keine Zinsen fällig.

Einige Ökonomen sind der Meinung, dass das mit der schwarzen Null gar keine so gute Idee ist. Denn es bedeutet ja, die Schulden nicht zu erhöhen. Neue Kredite werden also nur aufgenommen, wenn alte Anleihen auslaufen. Irgendwann werden die Zinsen wieder steigen - die amerikanische Notenbank Fed hat schon Ende den Anfang dazu gemacht und treibt den Leitzins nun Stück für Stück weiter nach oben. Der Fed ist das bewusst, sie hat lange gezögert, den ersten Schritt zu machen.

Denn schon kleine Bewegungen können an den Finanzmärkten für Angst und Schrecken sorgen. Auf den verschiedenen Märkten wirken sich Zinsen unterschiedlich aus:. Problematisch wird es bei steigenden Zinsen für Kreditnehmer, die Verträge mit einem sogenannten variablen Zins abgeschlossen haben - bei denen der Zinssatz nicht festgeschrieben ist, sondern je nach Höhe des allgemeinen Zinsniveaus variiert. Für diese Schuldner wird die Belastung schlagartig höher, wenn die Zinsen steigen.

Das war zum Beispiel kurz vor der Finanzkrise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt der Fall: Weil die Zinsen stiegen, konnten viele Immobilienbesitzer ihre Raten nicht mehr bezahlen. Es war der Anfang einer Finanzkatastrophe. Auch Staaten, die hohe Kredite aufgenommen haben, können im Fall steigender Zinsen Probleme bekommen. Sie haben zwar in der Regel keine variablen Zinssätze mit ihren Gläubigern vereinbart, aber sie müssen ständig neue Anleihen ausgeben, selbst wenn sie nicht mehr Schulden machen als vorher.

Alle Anleihen haben in der Regel eine begrenzte Laufzeit. Wenn die vorbei ist, muss der Staat das Geld zurückzahlen. Hinzu kann ein Wechselkurseffekt kommen: In der Folge wird es für die brasilianischen Kreditnehmer teurer, ihre Dollar-Schulden zurückzuzahlen.

Lesen Sie die vollständige Version dieses Artikels auf spiegel. Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Folgen von Endlich verständlich: Sowohl für den Ölpreis als auch für die Zinssätze spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die sich jedoch überschneiden können.

In anderen Fällen gibt es einfach keine Erklärung für eine Beziehung. Eine der Grundtheorien nimmt an, dass eine steigende Zinsrate die Kosten für Konsumenten und Hersteller in die Höhe treibt.

Daher kann dies eine umgekehrte Korrelation sein, bei der eine Rate steigt und die andere fällt. Folgt man der gleichen Theorie, würde ein Sinken der Zinssätze dazu führen, dass sich mehr und mehr Konsumenten und Hersteller Geld leihen und ausgeben können, was den Ölbedarf in die Höhe treibt.

Eine weitere Theorie will ebenfalls eine umgekehrte Korrelation beweisen.