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Das allgemeine Video zur Lehrveranstaltung finden Sie hier: In der aktuellen Ausgabe Nr. Am Ende aber sind sie doch stolz, dass sich ihre Tochter für die Mission qualifiziert. Die interaktive Karte gibt einen Überblick.

Aktuelles Porträt


Die Raumfahrt lässt die Geophysikerin offensichtlich nicht mehr los. Der ständige Blick über den Tellerrand charakterisiert die internationale Karriere von Dorothea Rüland: Anfangs ist es noch die pure Abenteuerlust, die sie ins Ausland zieht. Ihr Berufsweg ist von einem steten Wechsel zwischen In- und Ausland sowie zwischen Hochschultätigkeit und Wissenschaftsmanagement geprägt.

Die Zeit in Freiburg erlebt die Studentin als prägend: Nach den beiden Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Germanistik und Geschichte entscheidet sie sich für eine akademische Laufbahn und beginnt mit der Promotion. Mir hat es die Freiheit gegeben, meine Promotion frei von finanziellen Zwängen zu gestalten und mich meiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen.

Heute hat Dorothea Rüland mit diesem Thema nur noch mittelbar zu tun: Denn Zweifel sind die kreativsten Momente. Warum es die Stipendiatin noch während der Promotion ins Ausland zieht, begründet sie in einem Interview: Es hat mich immer wieder fasziniert im Ausland zu leben, man lernt in dieser Zeit in doppelter Hinsicht, einmal natürlich viel über das andere Land, aber gleichzeitig auch viel über sich selbst, weil eine andere Kultur dazu zwingt, vieles zu hinterfragen, was sonst als selbstverständlich wahrgenommen wird.

Haben Sie den Mut, auch mal Risiken einzugehen, ungewöhnliche Fragen zu stellen und nicht nur wissenschaftliche Trampelpfade zu betreten. Nicht nur, dass sie in der Vergangenheit immer wieder jene wissenschaftlichen Trampelpfade verlassen hat, sondern es ist ihr auch gelungen, als vierfache Mutter Familie und Karriere zu vereinbaren: Doch waren für mich meine Jahre in Asien ein Glücksfall: Gut zehn Jahre lebt sie mit ihrer Familie in Asien: Doch zieht es die Akademikerin noch einmal in die Hochschullandschaft: In dieser kurzen Zeit gelingt es ihr, die internationale Sichtbarkeit der Freien Universität zu steigern und zu intensivieren.

Ratschläge, die der als Komiker und Autor bekannte Mediziner selbst auf seinem beruflichen Werdegang beherzigt hat— und das mit Erfolg. Hirschhausen studiert von bis in Berlin, Heidelberg und London Medizin. Highlights während des Studiums sind für ihn die Sommerakademien der Studienstiftung. Die Impulse jener Sommerakademie wirken nach und der Medizinstudent verfasst einen ersten Fachartikel für eine Lokalzeitung. Noch kann er sich das Schreiben nur als Nebenberuf vorstellen: Parallel dazu arbeitet er weiter als Wissenschaftsjournalist.

Er kritisiert, dass die meisten Zeitungen die Wissenschaft auf eine spezielle Seite oder Beilage reduzieren, als ob sie nicht integraler Bestandteil der Gesellschaft und von politischer Konsequenz wäre. Heute blickt Hirschhausen mit Dank auf seine Zeit als Stipendiat: Hirschhausen gelingt es, beide Studiengänge zusammenzubringen und die Gratwanderung zwischen differenzierter Wissensvermittlung und Reichweite zu meistern.

Er ist Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor, erreicht über Artikel, Fernsehen und Liveauftritte Millionen von Zuschauern und damit auch Bevölkerungsschichten, die sich nicht automatisch für Gesundheitsthemen interessiert hätten. Es wird für viele Volkskrankheiten nie eine Pille geben, die besser ist als ein bewusster Lebensstil. Die Interventionen von Kinderstationen bis zur Palliativmedizin werden wissenschaftlich begleitet.

Der Studienstiftung bleibt er bis heute verbunden: Die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienstiftung ruft er dazu auf, ihr theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen und sich einzubringen: Als Philipp Justus im Jahr von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group zu eBay wechselt, steckt das gegründete Unternehmen noch in den Kinderschuhen und hat erst ein Jahr zuvor nach Deutschland expandiert.

Der Wunsch, unternehmerisch tätig zu werden und ein Unternehmen mit aufzubauen, überwog aber die Zweifel. Justus ist damit der erste Europäer, der im Stammhaus die Verantwortung für das Amerika-Geschäft übernimmt. Drei Jahre später zieht es den Topmanager zurück nach Deutschland: Kurz darauf wird er in die Förderung der Studienstiftung aufgenommen. Ich erinnere mich lebhaft an intensive Diskussionen über die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, die politische Situation in Osteuropa nach dem Zerfall der Sowjetunion oder die religiösen Konflikte im Nahen Osten.

Frisch diplomiert bewirbt sich Philipp Justus erfolgreich um einen Platz im Haniel-Stipendienprogramm. Über ein sechsmonatiges Praktikum bei der Unternehmensberatung McKinsey schreibt er der Studienstiftung: Dass er den überwiegenden Teil seines bisherigen Berufslebens in amerikanischen Unternehmen verbracht hat, begründet Justus unter anderem damit, dass die Studienstiftung ihm diese Türen geöffnet habe: Bei einer Konzertreise durch China springt er zusätzlich zu seinem eigenen Part für andere Pianisten ein, die nicht anreisen konnten — die Asche des auf Island ausgebrochenen Vulkans Eyjafjallajökull hatte den internationalen Flugverkehr lahmgelegt.

Levits Talent zeigt sich früh: Zwei Jahre später siedelt seine Familie nach Hannover über. Dort lernt Igor Levit die neue Sprache in seinem gewohnten Tempo: Der hochbegabte junge Musiker studiert für ein Jahr am Mozarteum Salzburg bei Hans Leygraf, ehe er im Jahr — da ist er gerade 13 Jahre alt — an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover aufgenommen wird und zwischen und sein Studium mit Förderung der Studienstiftung absolviert.

Über seine Zeit als Studienstiftler sagt Igor Levit: Diese Jahre waren für mich persönlich und für meine Ausbildung von unschätzbarem Wert. Durch die Unterstützung seitens der Studienstiftung ist mir eine Art Freiheit geschenkt worden, die wunderbar war. Ich konnte reisen, mit klugen Menschen kommunizieren, mir Zeit nehmen, erleben, wachsen.

All das wäre ohne die Stiftung nicht möglich gewesen. Und es sind auch sehr innige Freundschaften entstanden, wie etwa zu Jörn Weingärtner, der mich damals seitens der Studienstiftung betreut hat.

Für all diese Momente, und viele weitere, bin und werde ich immer zutiefst dankbar sein. Was ihn auf seinen Reisen antreibt? Igor Levit spielt nicht nur vom Blatt, er bringt sein Leben mit ans Klavier: Und die Zuhörer hören die Musik genauso auf ihre Weise. Ein enorm intimer Vorgang.

Wenn ich die Utopie verliere, dass das Publikum auf Augenhöhe mitinterpretiert, hänge ich den Pianisten-Beruf an den Nagel. Dass er nicht nur sein Publikum herausfordert, sondern auch sich selbst, zeigt auch seine Diskographie: Mit nur 30 Jahren blickt Igor Levit auf eine beeindruckende Karriere zurück. Und ich bin es, der das Crescendo spielt: Wenn das nicht vorkommt, taugt es nichts.

Forscherin will sie werden, eine akademische Laufbahn einschlagen. Aufgewachsen in Bonn, entscheidet sie sich nach dem Abitur im Jahr für ein Physikstudium in Tübingen. Auf Vorschlag ihrer Schule wird sie in die Studienstiftung aufgenommen. Ihre erste intensive Begegnung mit anderen Studienstiftlern erlebt sie während einer Sommerakademie in La Villa in Südtirol: Es war fantastisch, in der wunderschönen Berglandschaft La Villas die Gelegenheit zum Austausch mit Studierenden der unterschiedlichsten Fachrichtungen zu bekommen und Themen zu diskutieren, die in meinem Physikeralltag eher seltener vorkamen.

Einige der damals geknüpften Kontakte bestehen noch heute und sind eine wirkliche Bereicherung in meinem Leben. Die vielen Diskussionen innerhalb ihrer Studienstiftungsgruppe über gesellschaftlich relevante und politische Themen helfen ihr oft dabei, Themen in einen breiteren Kontext zu stellen und entsprechend zu handeln.

Die Studienwelt in Tübingen wird der Physikerin zu überschaubar, die weite Welt lockt. Die Stipendiatin ist begeistert von den Universitätsstrukturen und schreibt in ihrem Bericht an die Geschäftsstelle der Studienstiftung: Natürlich gibt es solche auch in Deutschland, aber während sie dort eher die Ausnahme sind, ist das hier selbstverständlich.

Zurück in Deutschland, bereitet sie sich in Bonn auf ihr Diplom vor. In dieser Zeit muss sie oft nachts im Labor experimentieren. Cäsiumatome stehen in ihrem Forschungsfokus. Dabei verfestigt sich ein Gedanke: Zwei Veranstaltungen der Studienstiftung öffnen ihr neue Perspektiven: Es handelt sich um ein konkretes Klientenprojekt, bei dem für und mit dem Klienten ein Training entwickelt werden soll. Vieles oder sogar fast alles, mit dem ich mich beschäftigte, war für mich Neuland, und so kann ich nur sagen, dass ich in den letzten Wochen so viel Neues wie selten zuvor in einer so kurzen Zeit gelernt habe.

Auch wenn das Vokabular neu und ungewohnt war, so waren doch die Denkprozesse und Analyseverfahren nicht so sehr von den im Studium erlernten verschieden. Mit dem Physikdiplom in der Tasche, steht sie vor einer Grundsatzentscheidung: Promotion — ja oder nein? Melanie Kreis entscheidet sich gegen die Promotion und beginnt stattdessen als Beraterin bei McKinsey.

Für den amerikanischen Finanzinvestor kauft und verkauft sie aus München und London Firmen. Im Jahre wird ihr die Funktion des Executive Vice President Corporate Controlling übertragen, in der sie erfolgreich wichtige finanzstrategische Themen des Konzerns voranbringt. Nur zwei Jahre später, , erklimmt die zweifache Mutter ihren vorläufigen Höhepunkt auf der Karriereleiter: Im Juni gibt der Aufsichtsrat bekannt, dass er Melanie Kreis zum 1.

Oktober als Finanzvorstand beruft. Was gut für den Kapitalmarkt ist, kann nicht gut für den Mitarbeiter sein, und umgekehrt. Dies ist aus meiner Sicht eine völlig falsche Frage, die aber eine offensichtlich weit verbreitete Meinung widerspiegelt und der es entgegen zu wirken gilt.

Denn der Schlüssel für eine langfristig nachhaltige Unternehmensführung ist es, diese Aspekte nicht als Gegensätze zu sehen, sondern als gesamtheitliche Optimierungsaufgabe, wobei als drittes Element noch der Kunde zu nennen ist. Und nur dann wird ein Unternehmen langfristigen finanziellen Erfolg und zufriedene Investoren haben. Ein junger Mann, bewaffnet mit Pfeil und Bogen, zieht durch einen Supermarkt und erlegt Produkte des täglichen Bedarfs: Brot, Waschmittel, Margarine, ein tiefgefrorenes Huhn … Die so zur Strecke gebrachten Lebensmittel legt er, mitsamt den Pfeilen, aufs Warenband, ganz normal werden sie nach und nach abkassiert.

Die Videoarbeit, die modernes Konsumverhalten zwar kritisch, aber trotzdem nicht ohne Humor in Frage stellt, ist eine der frühesten und bekanntesten Arbeiten des in Göttingen geborenen Künstlers. Obwohl es sich hier um eine seiner ersten Arbeiten handelt, kann sie durchaus als paradigmatisch für darauf folgende gesehen werden.

Wären Stipendien, Ausstellungen und Preise, wie die Artikel im Supermarkt, Beutestücke, die man erlegen und zur Schau stellen wollte, so hätte Christian Jankowski einen gut gefüllten Jagdschrank zu präsentieren. Es geht um Arbeit und Beruf — und auch um die verschiedenen Zuschreibungen, die damit verbunden sind.

So treffen die eingeladenen Künstler jeweils ihren persönlichen Gastgeber in seinem beruflichen Umfeld und erleben und gestalten mit ihm Alltag — vom Opernsänger über die Flugbegleiterin bis hin zum Psychoanalytiker oder dem Leiter des Bestattungs- und Friedhofamts hat sich der Künstler Jankowski, der als Kurator auch ein Gast im anderen Beruf ist, um eine möglichst breite und repräsentative Auswahl an Berufen bemüht.

Diese Bandbreite spiegelt ein generelles Interesse Jankowskis, der sich gerne in fremde Felder und komplexe Systeme einarbeitet. Bereits in seiner Bewerbung für die Studienstiftung formuliert er seine Neugier an solchen Ordnungen — und damit auch ihren einzelnen Bestandteilen, die er neu kontextualisiert und somit sichtbar und befragbar werden lässt. Jankowskis Kunst, unterschiedlichste Rollen und damit auch Handlungen innerhalb eines Gefüges ausfindig zu machen, unkonventionell wieder zusammenzusetzen und damit Neues zu schaffen, passiert bei ihm allerdings nicht distanziert belehrend, sondern mit Lust am Spiel und mit viel Humor.

Dass es ihm dabei aber nicht darum geht, einzelne Positionen vorzuführen oder der Lächerlichkeit preiszugeben, wird spätestens dann klar, wenn man erlebt, wie behutsam Jankowski seine Protagonisten in Szene setzt. Dieses Gespür für Situationen mag vielleicht auch daher rühren, dass sich der Künstler auch immer wieder selbst objektiviert.

So liefert er sich nicht nur dem Blick der Kamera und damit potenziert etlichen Zuschauern aus — die Erfahrung eines fremden Ortes wird so nun auch zu einem inneren Erleben. Oder um noch einmal zur Ausstellung im Stuttgarter Kunstmuseum zurückzukehren: Der Austausch unter den Stipendiaten selbst und mit bereits im Markt etablierten Künstlern gibt für viele der Nachwuchskünstler wichtige Impulse.

Role Model für den Nachwuchs zu sein — das erledigt Christian Jankowski bei diesem Atelierbesuch und innerhalb seiner Lehre an der Akademie in Stuttgart ganz nebenbei. Weiterhin ist er als Jurymitglied für die Kunstauswahl oder das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium mit dem Begabtenförderwerk verbunden und lädt auch mal ein ganzes Seminar zum Screening und zur Besprechung seiner neusten Videoarbeit ins Studio ein — was dann gerne samt Kaminfeuer und gemeinsamem Musikhören bis tief in die Nacht dauern kann.

Eine Überzeugung, die seine Arbeit prägt. Der im heute russischen Kaliningrad Königsberg geborene Winkler gelangt im Sommer als Fünfjähriger mit seiner Mutter nach Westen und wächst in Ulm auf.

Schon während der Schulzeit erwacht sein Interesse an Geschichte und Politik. Als Abiturient besucht er im Herbst den Deutschen Historikertag in Ulm und ist von mehreren Vorträgen tief beeindruckt.

Im gleichen Jahr wird er vom Rektorat seines Gymnasiums für die Studienstiftung vorgeschlagen. Der engagierte Schüler wird zu einem motivierten Studenten, der die deutsche Geschichte gerne praktisch und vor Ort erkundet, wie aus seinem Studienbericht deutlich wird: Zu diesem Zeitpunkt wohnt er bereits in Tübingen, wo er , wie schon sein Vater in Königsberg vor ihm, bei Hans Rothfels promoviert. Diese bringt nicht nur eine historische, sondern für Winkler auch eine persönliche Wende: Die Stelle als Geschäftsführender Direktor eröffnet ihm die Chance, am Neuaufbau des Instituts für Geschichtswissenschaften mitzuwirken.

In seinen Arbeiten nähert sich Winkler einer Bewertung von Vergangenheit immer mit Blick auf die Abhängigkeiten in den Handlungsspielräumen der Akteure. Für seinen Beitrag zur Aufarbeitung der neueren deutschen Geschichte bekommt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen und hält als einer der bekanntesten Historiker seiner Generation im Bundestag die Rede zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges.

Sie wird der Studienstiftung vorgeschlagen, die die junge Frau im November in die Förderung aufnimmt: Die Abiturientin will Rechtswissenschaften in Bonn studieren. Doch die Rückkehr nach Deutschland, wo sie nur fünf Jahre gelebt hat, ist für sie ein Schock: Meinen Freunden bin ich heute dafür dankbar, dass sie bereit waren, mich zu Ende zu erziehen. Die Studienstiftung hat mir Halt in der Anonymität und Orientierungslosigkeit des Massenstudiums gegeben.

Ich war von alledem völlig eingeschüchtert, nicht zuletzt, weil ich im Studium nicht sonderlich erfolgreich war. Die Stipendiatin verbringt bis ein Auslandsjahr in Genf. Sie beteiligt sich an einem Völkerrechtswettbewerb und verzichtet auf weitere Jurascheine, um Geschichte und Anglistik zu studieren.

Viele meiner Kommilitonen schrieben mich ab. Stelzenmüller indes lässt sich nicht beirren. Deshalb bin ich der Studienstiftung heute für drei Dinge aufrichtig dankbar: Vor allem letztere Entscheidung hat mir ungeheuer imponiert. Und den Völkerrechtswettbewerb gewinnt ihr Team auch. In Bonn ist für sie noch nicht die richtige Zeit für gesellschaftliches Engagement.

Während des Graduiertenstudiums in Boston lernte ich erstmals die amerikanische ,culture of philanthropy' und vor allem das Prinzip des ,giving back' kennen, das mir immer noch ein Vorbild ist. Mir ist viel gegeben worden; ich habe noch viel an ,giving back' vor mir.

Ihre Sorge, wie wirksam das eigene gesellschaftliche Engagement sein kann, scheint überwunden: Jürgen Strube passt so leicht in keine Schublade. Dabei gelingt es ihm zeitgleich, das Unternehmen sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftspolitisch zu verankern: Aus dem Chemieunternehmen ist ein ethischer Vorreiter geworden, der zu den Gründungsmitgliedern des Global Compact der Vereinten Nationen zählt.

Sie ist die bestimmende Figur seiner Kindheit und Jugend. Was Pflichtgefühl und Verantwortung bedeuten, lernt er von ihr. Das Goethe-Gymnasium, das er seit besucht, schlägt den Abiturienten der Studienstiftung vor — mit Erfolg.

So interessiert sich der angehende Jurist für Fragen der Soziologie und Politikwissenschaft — und ist früh überzeugter Europäer. Während der Semesterferien arbeitet er in South Wales in einem Schachtbauunternehmen. Die Aufgaben und Probleme, denen er hier begegnet, kennt er aus dem Ruhrgebiet.

Strube wird nach Antwerpen abgeordnet. Die Karriereleiter führt Strube von Belgien über Deutschland nach Brasilien, wo er entscheidende Aufbauarbeit leistet, und dann weiter in die USA, wo er das Nordamerikageschäft neu ordnet. Der Vergleich des damaligen brasilianischen Wirtschaftssystems mit dem Deutschlands lässt ihn die Vorteile offener Märkte, des Wettbewerbs und der unternehmerischen Freiheit im Ordnungssystem der Sozialen Marktwirtschaft klarer sehen.

Die Selbstverständlichkeit, mit der hier das in der Sozialen Marktwirtschaft erreichte hohe durchschnittliche Wohlstandsniveau ohne weitere Beachtung und Wertschätzung als gegeben hingenommen wird, hat mich stets verblüfft. Die sich abzeichnende Globalisierung der Märkte versteht er nicht als Bedrohung, sondern als Chance.

Bis heute vertritt Strube die Überzeugung, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wechselseitig aufeinander angewiesen sind und im Dialog bleiben müssen. Eine Selbstverpflichtung, der sich inzwischen über 60 deutsche Unternehmen und Organisationen angeschlossen haben. In internationalen Wirtschaftsforen übernimmt Strube gleichfalls Verantwortung: UNICE von bis Der Studienstiftung fühlt sich Jürgen Strube bis heute verbunden: Das Vollstipendium richtete sich an graduierte Stipendiaten der naturwissenschaftlichen, ingenieurwissenschaftlichen und medizinischen Fachrichtungen, die einen Forschungsaufenthalt in den USA anstreben.

So bleibt Strube der Ermutigung treu, die er in seinem Aufnahmebrief der Studienstiftung erfahren hat: Konflikten im Dialog zwischen diesen Sphären ist der Politikprofessor nie aus dem Weg gegangen.

Bekannt ist der Christsoziale Maier für seinen differenzierten, leisen und intellektuellen Ton. Seine Mutter zieht Hans und seine beiden Schwestern allein auf: In einer Atmosphäre von kritischer Distanz erlebt er den Nationalsozialismus, den Krieg und die Trümmerjahre — prägende Jahre, die ihm nicht nur für seine spätere politische Karriere eine Grundhaltung liefern. Am Ende bleibt ihm kaum noch Zeit zum Studieren.

Im Laufe des Jahres erhält er drei Rufe: Der Jährige entscheidet sich für die bayerische Landeshauptstadt und übernimmt eine Professur für Politische Wissenschaft an der Universität München. Im selben Jahr wird er zudem Vertrauensdozent der Studienstiftung: Kaum glaublich, aber wahr: Dass die Stipendiaten aus verschiedenen Fachrichtungen kamen, empfindet er als Gewinn für die Gruppe: Als einer der einflussreichsten Politologen jener Zeit wechselt der Wissenschaftler in die aktive Politik: Er reformiert das Hochschul- und Hochschullehrergesetz sowie das Lehrerbildungs- und Berufsschulgesetz.

Das gute Abschneiden bayerischer Schüler bei internationalen Vergleichstests wird bis heute auch ihm angerechnet. Der Leistungsgedanke war dabei für ihn nie ein Problem, im Gegenteil: Geradlinig und unaufgeregt hat er sich immer zum Leistungsgedanken bekannt. Die Stipendiaten sieht er in der Pflicht, ihr Talent auch für andere einzusetzen: Daran habe ich im Normalfall auch immer wieder in Gesprächen zu erinnern versucht.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Menschen, die sich mit anderen — oder gar ganzen Gemeinschaften — schwer tun: Einzelgänger, Schwierige, Verletzte, Irritierte. Auch ihnen muss die Studienstiftung eine Heimat, zumindest einen Rückhalt bieten.

Hochbegabte können auch sperrig sein. Die Wissenschaft nimmt ihn wieder auf: In dieser Position begleitet er, durchaus kritisch, die Arbeit der Kirche. Für sein Wirken und sein wissenschaftliches Werk wurde der umtriebige Intellektuelle vielfach ausgezeichnet, dazu zählen sieben Ehrendoktorwürden und mehr als 25 Preise. Maier, der seinen Geburtstag gefeiert hat, bleibt vielfältig aktiv: Ebenso früh packt ihn die Faszination an der damals noch ganz jungen Biophysik.

Gemeinsam beschrieben sie eine Methode, mit der sich nachweisen lässt, wie die Signalübertragung innerhalb und zwischen Zellen funktioniert. Entscheidend für die Kommunikation zwischen fast allen Zelltypen sind dabei die Ionenkanäle, die wie Schleusen elektrische Aktivität von Nerven- und Muskelzellen übertragen. Wie genau diese Zellmembrankanäle funktionieren, lässt sich mit der von Neher und Sakmann entwickelten sogenannten Patch-Clamp-Technik erstmals beschreiben und die elektrischen Ströme messen.

Er selbst beschreibt diese Etappe seines Lebens als Zeit des Umbruchs: Neher steckt all seine Kraft und Zeit in die Forschung. Da sind Reisen schon ein Luxus: Er engagiert sich als Mitprüfer im Auswahlverfahren für fortgeschrittene Studierende sowie als Mitglied der Jury zur Vergabe des Friedrich Hirzebruch-Promotionspreises Erwin Nehers wahre Profession ist und bleibt die Wissenschaft.

Den Wunsch nach breiter Vermittlung von Forschungsergebnissen kann ich daher zwar verstehen, glaube aber, dass die Öffentlichkeit von uns erwartet, dass wir hauptsächlich das tun, wofür wir ausgebildet und bezahlt werden — nämlich gute Forschung. Eine generelle Verpflichtung, die eigene Arbeit öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren, sieht er nicht.

Forschungsergebnisse, die Gefahren in sich bergen oder Chancen zur Verwertung in der Medizin oder dem alltäglichen Leben bieten — wie seine nobelpreiswürdige Messmethode. Auch nach seiner Emeritierung bleibt Neher aktiv: Rastlos und dennoch ruhend, omnipräsent und doch zielstrebig — so beschreiben Weggefährten den wortgewaltigen Theatergenius, schlagfertigen Diskutanten, eloquenten Talkmaster und pointierten Festredner, der auch unbequemen Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg ging.

Die Bottroper Oberschule für Jungen erkennt das Potenzial des Abiturienten Everding und schlägt ihn der Studienstiftung vor — doch die Aufnahme gelingt dem jungen Mann erst im zweiten Anlauf im Jahr Da hat er bereits zwei Jahre in Bonn Philosophie, Theologie und Germanistik studiert und ist auf dem Sprung nach München, wo er sich neben den bisherigen Fächern auch für Theaterwissenschaften einschreibt.

Die bayerische Landeshauptstadt wird Everdings zweite Heimat, doch Bottrop und dem Ruhrpott bleibt der Westfale zeitlebens verbunden. Ich hatte ja keines. Es folgen Gastspiele in Erlangen und anderen bayerischen Städten. Dem fehlt ein praktisches Kapitel, wie der Tod im Theater auftritt, deshalb schickt er seinen Zögling mit einem Empfehlungsschreiben zum damaligen Intendanten der Münchner Kammerspiele.

Aus der angedachten Regieassistenz wird zwar nichts — stattdessen muss Everding Zeitungsartikel ausschneiden und für die Dramaturgie Texte vorbereiten — doch der junge Mann nutzt die Gunst der Stunde und schleicht sich in die Vorstellungen von Hans Schweikart, Leonard Steckel und dem gefürchteten Fritz Kortner. Offensichtlich so überzeugend, dass Kortner ihn behalten will und als Regieassistent unter Vertrag nimmt.

Mit von der Partie: Die Promotion hat er zu diesem Zeitpunkt längst an den Nagel gehängt, stattdessen legt er eine Blitzkarriere am Theater hin: Zehn Jahre leitet er die Geschicke des traditionsreichen, städtischen Theaters. Doch die schwierigste aller Bühnenkünste zieht ihn zunehmend in ihren Bann. Kaum im Amt, verhandelt er schon über die nächste Intendanz — ab in München an der Bayerischen Staatsoper, ab die Generalintendanz der Bayerischen Staatstheater.

Als streitbarer, energischer Präsident des Deutschen Bühnenvereins ist er ab für Theater zuständig. Seinem Engagement und seiner Durchsetzungsfähigkeit ist es zu verdanken, dass die DDR-Bühnen nach der Wende in ein gesamtdeutsches Theatersystem integriert werden. Sein Krebsleiden behält er für sich und stirbt nur drei Monate nach seinem Bereits mit 14 Jahren steht sein Berufswunsch fest: Seine Studierenden sind oftmals nicht viel jünger als er, doch daran hat er sich längst gewöhnt.

Der unkonventionelle Professor, der neun Sprachen spricht, fordert mit Witz und Lust an Gedankenspielen zur Beschäftigung mit den ewigen Fragen der Menschheit auf; er regt Debatten an und will der Philosophie wieder zu mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung verhelfen.

Dabei geht er etwa der Frage nach, warum eine Existenz in Gedanken weniger real sein sollte als eine Existenz im physikalisch ausgedehnten Universum: Kommen Figuren wie Einhörner, Faust oder Macbeth nur fiktiv in der Literatur, in Filmen oder Träumen vor — oder sind sie unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existent? Demnach ist die Welt der Gedanken genauso real wie die Welt der Dinge. In Sinzig am Rhein aufgewachsen, spielt Philosophie in Gabriels Kindheit zunächst keine bewusste Rolle; ein Gespür für philosophische Fragestellungen indes besitzt er vermutlich schon immer.

Gabriel versteht zwar nicht viel von dem, was der dänische Philosoph schreibt, aber irgendwie weckt die Lektüre in ihm den Ehrgeiz, in die Welt der Philosophie einzutauchen, bis er sie begreift.

Die Bewerbung klappt erst im zweiten Anlauf: Daran erinnere ich mich allzu gut. Besser läuft es im zweiten Anlauf: Noch aus dem Magisterstudiengang heraus bewirbt er sich gleichfalls erfolgreich um die Promotionsförderung der Studienstiftung, die er antritt. In kürzester Zeit schreibt der Stipendiat seine Doktorarbeit über die Spätphilosophie Schellings und wird bereits promoviert.

Dabei habe ich — nicht zuletzt bei Sprachkursen sowie auf Sommerakademien — wichtige Kontakte geknüpft, die bis heute bestehen. Sprachkurse der Studienstiftung in Amboise und Verona vertiefen seine Französisch- und Italienischkenntnisse und öffnen ihm bis heute Türen zu Gastprofessuren, die ihn neben Brasilien, Portugal, Italien und Japan auch nach Frankreich führen: Jede Wissenschaft erhält wegweisende Impulse durch Grenzgänge, wozu auch Grenzüberschreitungen gehören.

Dies ist für mich als Philosophen besonders wichtig. Begabung und Verantwortung gehören für den Wissenschaftler insofern zusammen, als dass Verantwortung moralischer und sozio-politischer Dimension selber eine Form der Einsicht darstellt.

Es gibt eine Begabung für moralische Einsichten, die nicht von theoretischen oder formalen Begabungen abgekoppelt werden, sondern auf Augenhöhe ausgebildet werden sollte — eine Idee, die in das Werteportfolio der Studienstiftung gehört. Hartmut Rosa lehrt seit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er auch als Vertrauensdozent der Studienstiftung seit fünf Jahren aktiv ist.

Während seines Studiums und seiner Promotion erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung. Herr Rosa, rückblickend betrachtet: Welche Rolle spielte die Studienstiftung für Ihren Werdegang? Ich kann ohne Übertreibung und Schmeichelei sagen: Ohne die Studienstiftung wäre mein Leben anders verlaufen; ohne sie wäre ich wohl nicht da gelandet, wo ich nun bin.

Als ich all die hochtrabenden Themen der anderen KandidatInnen sah, rutschte mir das Herz in die Hose. Aber ich hatte Glück — die Söhne des Auswahldozenten waren beide Metal Fans… Ich habe dann ein Vollstipendium erhalten, mit dem ich mein Studium finanziert habe — und später mit einem Promotionsstipendium auch meine Dissertation. Während Ihrer Studienförderung haben Sie auch am Bildungsprogramm der Studienstiftung teilgenommen — sind Ihnen hier besondere Erfahrungen in Erinnerung geblieben?

La Villa in den Dolomiten. Einer der Stipendiaten hatte ein Teleskop dabei und zeigte mir den Andromedanebel — vor allem erklärte er mir, was ich da sah: Wie hat Sie dieser Aufenthalt — auch akademisch — geprägt? Das war der Startpunkt für mein eigenständiges intellektuelles Leben, von da an wurde alles anders: Der Kontakt hält bis heute: Wir sind Freunde geworden.

In London habe ich überhaupt erst zu leben begonnen. Heute würde ich sagen: Erst dort habe ich meine eigene Stimme entdeckt. Akademisch, aber auch als Mensch. Ich hätte mich ohne die Studienstiftung nie getraut, mich dort zu bewerben, und selbst wenn ich das getan hätte, wäre ich ohne sie vielleicht nicht aufgenommen worden.

Und dann hatte ich das unverschämte Glück, mit der Studienstiftung drei Dinge zu erhalten: Erstens, und vielleicht am wichtigsten: Das Stipendium gab mir das Gefühl der Selbstwirksamkeit, auch wenn es schwierig wurde: Du hast dieses Stipendium, du darfst dir etwas zutrauen. Zweitens, es gab mir die finanziellen Mittel, in die heiligen Hallen der akademischen Welt vorzudringen. Graf Kielmansegg ist die Wissenschaftlerpersönlichkeit, die mich vielleicht am meisten und nachhaltigsten beeindruckt hat.

So sehr, dass ich viele Jahre später mit ihm einen Kurs auf einer Sommerakademie der Studienstiftung in Görlitz gemeinsam gestaltet habe — zum Thema Gemeinwohl. Die Studienstiftung fördert junge Menschen, die neben ihrem Leistungsvermögen die Bereitschaft mitbringen, sich über ihre eigenen Belange hinaus einzusetzen — in welcher Verbindung stehen für Sie Begabung und gesellschaftliches Engagement?

Ehrlich gesagt war ich anfangs ein wenig verwundert über die enge Verbindung, die die Studienstiftung und andere Begabtenförderwerke hier ziehen, und auch ein wenig skeptisch. Aber inzwischen kann ich aus voller Überzeugung sagen: Begabung und Engagement sind für mich aufs engste verwoben; eine Begabung ohne Verantwortung ist für mich fast gar keine mehr.

Tatsächlich leite ich jeden Sommer eine Deutsche SchülerAkademie. SchülerAkademien sind in der Durchführung ähnlich wie die Sommerakademien der Studienstiftung, aber noch ein bisschen intensiver. Diese beiden Dinge gehören meines Erachtens insofern zusammen, als es sich dabei um zwei Dimensionen von Resonanzfähigkeit handelt: Resonanz ist die Bereitschaft, die Stimme eines Anderen zu hören und ihr zu antworten: Dieses Andere kann eine unbekannte Sache sein, es können aber auch fremde Menschen sein.

Soziale und materiale Resonanzfähigkeit ist deshalb für mich das geworden, was Begabung im Kern ausmacht. Wer begabt ist, hat die Pflicht, sich um den Erhalt und die Entwicklung des Gemeinwesens zu kümmern und sich für die einzusetzen, die auf den Schattenseiten des Lebens stehen.

Ohne diesen Gedanken könnte und wollte ich mich nicht in der Begabtenförderung engagieren: Sie dient dem Gemeinwohl, nicht dem Eigeninteresse. Ich glaube aber, dass die Gesellschaft Orte und Institutionen braucht, in denen in diesem Sinne Begabte zusammenfinden können, damit sie die unschätzbare Erfahrung machen können zu sehen, was entstehen kann sozial, material, vertikal , wenn es zu einer gemeinsamen Resonanz- und Kreativexplosion kommt….

Ich träume davon, dass an solchen Orten auch das dringend benötigte Andere, das Bild einer neuen, besseren Gesellschaft entstehen kann. Wo die Studienstiftung allerdings einfach dazu herhalten muss oder soll, Elitenetzwerke zu deren Eigennutz zu fördern, wird sie mir suspekt. Sie sind inzwischen ehrenamtlich für die Studienstiftung aktiv — seit als Vertrauensdozent, immer wieder als Akademiedozent und für die Promotionsauswahl.

Inwieweit war Ihre eigene Stipendiatenzeit prägend oder wichtig hierfür? Ich hatte in der Tat lange den Wunsch, mich für die Studienstiftung zu engagieren —einfach deshalb, weil ich wenigstens ein bisschen von dem zurückgeben wollte, was ich selbst erhalten und erfahren hatte, und auch, weil ich unbedingt mithelfen wollte zu erhalten, was mir so wertvoll erschien.

Aus eben diesem Grund habe ich angefangen, mich für die SchülerAkademie zu engagieren: Auch heute versuche ich, meine Stipendiatengruppe und meine Stipendiaten ebenso wie die Kandidaten, wenn ich begutachten muss so zu sehen und zu behandeln, wie ich behandelt wurde.

Allerdings habe ich festgestellt, dass darin auch eine Gefahr liegen kann, jedenfalls für den Auswahlprozess: Gert Scobel ist ein Mann für viele Themen. Die Bandbreite reicht von wissenschaftlicher Forschung, ihren ethisch-moralischen Implikationen und Auswirkungen auf andere Fach- und Lebensbereiche über Literatur und Musik bis hin zur Gesellschaftstheorie und Religionskritik.

Er versteht sich als Moderator zwischen den Experten und dem Publikum: Meine Rolle ist es, den Bahnhof zumindest begehbar zu machen, so dass man die Ansagen auf dem Gleis versteht, ehe der Wissenszug weiterrauscht.

Insofern bin ich Anwalt des Publikums. Ich bin aber auch Anwalt derer, die etwas zu sagen haben und dabei befürchten, dass das, was sie sagen wollen, bei einer allzu verständlichen Vermittlung zu falschen Aussagen führt. Ein Spagat, der Scobel wie kaum einem zweiten deutschen Moderator gelingt und der ihm bereits viele Preise und Auszeichnungen beschert hat: Sein Wissensdurst ist nur schwer zu stillen.

Georgen in Frankfurt am Main zu studieren, Berufsziel: Sein damaliger Professor, der katholische Religionsphilosoph und Anthropologe Jörg Splett, schlägt ihn der Studienstiftung vor, im März folgt die Aufnahme.

Ich hatte bereits ein Stipendium für Berkeley, das aber nach einem halben Jahr auslief. Ich hätte also nach Deutschland ohne Abschluss zurückkehren müssen. Deshalb muss der junge Mann nach seiner Rückkehr drei weitere Jahre studieren, um sein Theologie-Diplom zu erhalten. Etwa bei den Sommerakademien der Studienstiftung in Alpach, die zu Scobels prägendsten Erfahrungen gehören: So viele unterschiedliche Leute mit so vielen unterschiedlichen Hintergründen!

Die zwei Wochen in Alpbach, die ich mehrfach genossen habe, waren einfach unübertroffen — falls es je ein flächendeckendes Studium generale geben sollte, dann hoffe ich, wird es so wie Alpbach! So erinnert sich Scobel an einen hitzigen Abend zum Thema Atomenergie, an dem der Nobelpreisträger und damalige Präsident der Studienstiftung, Manfred Eigen, teilnimmt: Die Unterstützung der Studienstiftung bedeutet für Scobel aber eine enorme Anerkennung und Unterstützung: Die teilweise noch handschriftlich verfassten Studienberichte hätten ihm dabei geholfen, seine eigene Position zu klären.

Er veröffentlicht bis heute Kommentare, Satiren, Buch- und Musikkritiken und wissenschaftliche Artikel für verschiedene Bücher und Fachzeitschriften. Es geht darum, sich selbst mit dem, was man an Begabungen glücklicherweise erhalten hat, auch zum Wohle anderer einzusetzen. Zuvor war Suder 15 Jahre lang als Unternehmensberaterin aktiv. Über die Studienstiftung haben sich mir neue Wege geöffnet. Ich habe nicht nur wichtige Mentoren und Freunde kennengelernt, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen, auch meinen späteren Arbeitgeber McKinsey habe ich durch die Studienstiftung kennengelernt.

Darüber hinaus war der Austausch mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten für mich persönlich bereichernd und hat mir viele Aspekte der Wissenschaft und des persönlichen Umgangs mit Wissenschaft erschlossen. Was war Ihre prägendste Erfahrung als Stipendiatin? Das Treffen von interessanten, dabei sehr unterschiedlichen Menschen mit einem breiten Wissensschatz — insbesondere meinem Vertrauensdozenten, der mir neben vielem anderen immer wieder Gelegenheit zur Selbstreflexion gegeben hat.

Inzwischen coache ich selbst junge Menschen, um diese positive Erfahrung weiterzugeben. Es gab jedenfalls ganz viele Veranstaltungen, die mir wichtige Impulse für meinen Lebensweg gegeben haben. Haben Sie noch Kontakt zu Mitstipendiaten? Die Studienstiftung fördert junge Menschen, die Leistung, Initiative und Verantwortung zusammendenken — in welcher Verbindung stehen für Sie Begabung und Verantwortung?

Begabung ohne Verantwortung ist schade — Verantwortung ohne Begabung ist schädlich! Sie haben Physik studiert und in theoretischer Physik promoviert und sind danach in die Unternehmensberatung gewechselt. Was gab jeweils den Ausschlag? Ich wollte einen verantwortungsvollen Job, bei dem ich etwas verändern und gestalten kann.

Genau diese Chance hat mir McKinsey gegeben — ich durfte dort sehr schnell viel Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit gleichgesinnten Menschen schwierige Probleme lösen. Sie gibt mir in vielerlei Hinsicht die Möglichkeit, etwas zurückzugeben — und ebenso spannend wie herausfordernd ist es allemal!

Musik sei für ihn fast nie Entspannung, meistens intellektuelles Engagement — guter Jazz als Hintergrundmusik sei allerdings okay. So urteilt Christoph Wolff bei einer Podiumsdiskussion zur historischen Aufführungspraxis während des Bachfestes in Leipzig. Leipzig, die Stadt, in der Johann Sebastian Bach die letzten 27 Jahre seines Lebens verbrachte, ist nur einer der Lebensmittelpunkte des Musikwissenschaftlers.

Von bis wirkt er dort als Direktor des Bach-Archivs und damit Mitorganisator des jährlichen, zehntägigen Konzertfestes zu Ehren des Komponisten.

Für diesen Job pendelt er zwischen Deutschland und Cambridge, Massachusetts, wo der heute emeritierte Professor seit als Musikwissenschaftler an der Universität Harvard lehrt und lebt. Wolff ist Mehrfachbelastungen seit jungen Jahren gewöhnt. Aufgewachsen in Wuppertal als erstes von sieben Kindern einer musikaffinen Familie, zieht es ihn nach dem Abitur zum Studium der Kirchenmusik nach Berlin.

Parallel zu seiner Ausbildung an der Hochschule für Musik studiert er von bis auch Kunstgeschichte, Musik- und Liturgiewissenschaft an der Freien Universität Berlin.

In Erlangen setzt Wolff sein Universitätsstudium fort und promoviert dort Schon früh begeistert sich Wolff für die Kirchen- Musik — sowohl praktisch als Organist als auch theoretisch. Eine der prägendsten Begegnungen macht Wolff noch in seinem Elternhaus: Diese Notenbestände der gegründeten, ersten gemischten Chorvereinigung der Welt wurden während des Zweiten Weltkrieges aus dem Berliner Stammhaus des Chors nach Schlesien ausgelagert und galten seit als verschollen.

Wolff folgt der Spur der Manuskripte seit Als eine Kollegin aus Harvard Aufzeichnungen findet, die bestätigen, dass über 5. Die seit in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrte Sammlung ist das bedeutendste Kulturgut, das seit der Auflösung der Sowjetunion an Deutschland zurückgegeben wurde.

Der jährige Wissenschaftler denkt noch lange nicht an den Ruhestand. So kann er auch wieder einem seiner Lieblingsorte in Leipzig den ein oder anderen Besuch abstatten: Jürgen Wellenkamp wird in Bad Reichenhall geboren. Kindheit und Jugend sind geprägt von zahlreichen Ortswechseln.

Wellenkamp sehnt sich dabei immer, so schreibt er in seinem Lebenslauf an die Studienstiftung, zurück nach Bad Reichenhall: Seine Wanderungen dokumentiert er knapp in einem Bergtagebuch, das in Teilen im Deutschen Alpinarchiv erhalten ist. Und nun klafft da die Wunde — es betrübt uns im Herzen. Ein Jahr zuvor kehrt sein Vater aus französischer Gefangenschaft zurück. Die finanzielle Situation der Familie macht die Aufnahme eines Studiums schwer. Bevor er sich offiziell immatrikulieren kann, leistet Wellenkamp zunächst noch einen Arbeitseinsatz an der Universität Münster ab und nutzt die Zeit, um erste Vorlesungen zu hören.

Sein Studium finanziert er über Nachhilfestunden und Gelegenheitsarbeiten als Bergführer und als Gärtner, bis er selbst Hilfsassistent bei Schmidt wird. Nicht nur finanziell ist das Stipendium für Jürgen Wellenkamp wichtig, wie aus einem Brief an die Geschäftsstelle deutlich wird: Das Vordiplom absolviert er und beantragt damit die endgültige Aufnahme in die Förderung der Studienstiftung.

Mit seinen Kollegen ist Gerlach sich jedoch einig, dass Wellenkamp, auch wenn dieser die eher handwerklichen Dinge vernachlässigt habe, eine ausgesprochene Fähigkeit zum abstrakten Denken zu attestieren sei — und empfiehlt der Geschäftsstelle, dem Stipendiaten die kleine Panne nicht weiter zu verargen. Die Himalaya-Expedition kommt aus Finanzierungsgründen jedoch zunächst nicht zustande; wohl, da die Deutsche Himalaya-Stiftung schon eine weitere deutsche Expedition zum Nanga Parbat finanziert.

Die Studienstiftung beurlaubt ihn, wünscht ihm viel Erfolg und eine heile Rückkehr. Seinem Vertrauensdozenten Gerlach schreibt er im August begeistert: Die Förderung endet im August Vermutlich verschiebt Wellenkamp den Studienabschluss erneut, da er sich nun schon auf das ursprünglich geplante Abenteuer, die Himalaya-Kundfahrt, vorbereitet.

Jürgen Wellenkamp verunglückt am Juli tragisch im Bergell. Als Familie und Freunde nach seiner Bergrettung und Behandlung im Hospital in Morbegno schon eine Besserung erhoffen, verstirbt er am Juli an den Folgen einer Embolie. In die Trauer über den viel zu frühen Tod des noch so jungen Kletterers mischt sich jedoch auch Dankbarkeit: Der auf der Reise nach Peru mit einer kleinen Grammatik und der spanischen Ausgabe von Anna Karenina, Spanisch lernte, nachdem er zuvor schon in der Enge des italienischen Auswanderungsschiffs, das die Andenexpedition nutzte, Italienisch paukte.

In seinem Nachruf schreibt Steinmetz über Wellenkamp: Gertrude Lübbe-Wolff ist ihre Karriere mit einer eigentümlichen Kombination aus Beharrlichkeit und gelassenem Vertrauen in die Tragfähigkeit der eigenen Interessenfelder angegangen. So schreibt schon die Jährige in ihrem Lebenslauf an die Studienstiftung, sie sei schlicht nicht in der Lage, etwas zu tun, nur weil es von ihr gefordert werde — eine Einstellung, die zunächst den Selbst- Zweifel nährt, ob das Jurastudium denn das passende sei.

Die Aussicht mit der Rechtswissenschaft ein Studium des disziplinierten und zunächst praxisfernen Paukens zu wählen, wird gemildert durch das klare Berufsziel: Fast jeden Tag empfängt er Gäste, auch Studierende gehören dazu. Es ist eine Art akademischer Salon, nur mit persönlicher Einladung. Das intellektuelle Zentrum ist der Hausherr. Mit 21 Jahren hat sie bereits den ersten Abschluss in der Tasche. Von bis leitet sie das Umweltamt der Stadt Bielefeld.

Später wieder etwas anderes, praktisches machen konnte ich ja immer noch. Zehn Jahre später kann sie das Angebot — nicht das erste — annehmen, für die Wahl zur Verfassungsrichterin zu kandidieren. In ihrer Forschung widmet sie sich derzeit unter anderem dem Vergleich der Beratungskulturen in nationalen und internationalen Höchstgerichten. Liebe auf den ersten Blick war es nicht: Es dauerte einige Jahre, bis Clemens Fuest seine Leidenschaft für die Wirtschaftswissenschaften entdeckt.

Heute vergisst er schon mal die Zeit, wenn er sich in Modellrechnungen oder mathematische Ableitungen vertieft: In seiner Schulzeit fasziniert ihn vor allem das Fach Geschichte. Und noch immer besucht er gern geschichtsträchtige Orte und hat ein Faible für britische Landhäuser.

Doch für derartige Ausflüge bleibt ihm nunmehr kaum Zeit: Der jährige Fuest betrachtet dieses Erbe nüchtern und gelassen: Unter seinem Vorgänger erlangt das einst kriselnde Institut der Leibniz-Gemeinschaft wieder internationales Ansehen: Das ifo-Institut zählt zu den einflussreichsten Wirtschaftsforschungsanstalten der Bundesrepublik und beschäftigt rund Mitarbeiter.

Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Fuest und Sinn kennen sich aus den er Jahren, als Fuest in München habilitierte und Sinn dort lehrte: Die beiden Wirtschaftsforscher schätzen einander, vertreten bisweilen aber auch unterschiedliche Standpunkte: Auf internationalem Parkett gilt Fuest als exzellenter und bestens vernetzter Finanzwissenschaftler und wirtschaftspolitischer Vordenker.

Beide Elternteile arbeiten als Lehrer. Ein Börsenspiel an der Schule trägt dazu bei, dass Fuest sich mehr und mehr für die Wirtschaft begeistert: Noch während der Schulzeit wird Fuest der Studienstiftung als Stipendiat vorgeschlagen und im September aufgenommen.

Die Sommerakademie in Salem mit einem Seminar über französische Literatur, mit vielen Gesprächen und gemeinsamen Ausflügen habe ich als eine sehr beglückende und einzigartige Erfahrung in Erinnerung.

Im März nimmt der Stipendiat an einem vierwöchigen Sprachkurs der Studienstiftung in Rom teil — eine intensive Zeit, in der er die italienische Metropole gut kennen lernt. Doch die Liebe durchkreuzt am Ende seine Pläne, sich weiterhin der italienischen Sprache zu widmen: Auf einer Studentenfeier in Mannheim lernt er seine heutige Frau kennen, eine Kolumbianerin: Dankbar sei er der Studienstiftung auch für ein Praktikum bei der Deutschen Bundesbank, das die Studienstiftung vermittelt hat: Nach seinem Diplom in Mannheim überlegt der Volkswirt kurz, in die freie Wirtschaft zu gehen, doch am Ende entscheidet er sich für die akademische Laufbahn und promoviert in Köln mit einem immer noch aktuellen Thema: Er übernimmt eine Professur für Unternehmensbesteuerung an der Universität Oxford und wird dort zugleich Forschungsdirektor des Centre for Business Taxation.

Eigentlich wäre Fuest dort bis geblieben, doch dann kam ihm München und das ifo-Institut dazwischen — eine schwere, aber letztlich mit Überzeugung gefällte Entscheidung zugunsten der neuen Herausforderung, der sich Fuest seit dem 1.

Anfangs ist sie unsicher, ob sie mit Jura den richtigen Studiengang gewählt hat. Im Austausch mit ihren Ansprechpartnern in der Studienstiftung gelingt es ihr, die Unsicherheit in der Fächerwahl zu überwinden, und sie studiert höchst erfolgreich ab in Freiburg und später in Trier.

Dieser Weg führt sie vom Richteramt im Landesdienst Rheinland-Pfalz über das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt und Gesundheit, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundespräsidialamt bis ins Bundesministerium für Bildung und Forschung, wo sie seit als Staatssekretärin und Amtschefin tätig ist.

Die bestmögliche Entfaltung individueller Begabung ist ihr ein Anliegen, mit Nachdruck setzt sie sich für Talentförderung ein. Nur durch gezielte Förderung, sagt sie, können besondere Talente besondere Leistungen erbringen.

Neben Voraussetzungen für Spitzenleistungen müsse das Bildungssystem auch umfassende Partizipationsmöglichkeiten schaffen. Den gleichen Einsatz erwartet sie von Förderorganisationen wie der Studienstiftung und deren Stipendiatinnen und Stipendiaten: Wir müssen die Besten nicht nur finden, wir müssen ihnen die Chance geben, die Besten zu werden.

Der oder die Beste zu sein, umfasst für Cornelia Quennet-Thielen auch den gesellschaftlichen Einsatz. Aber auch bei ihrem Auswahlseminar , als ihr von den Mitbewerbern statt des erwarteten Konkurrenzgebarens Kollegialität und Fairness entgegenschlagen. Um diese akademischen, gesellschaftlichen oder auch politischen Leistungen voll zu entfalten, müsse man sich, so Quennet-Thielen, auf unbekanntes Terrain vorwagen. Ute Frevert ist die erste in ihrer Familie, die das Gymnasium besucht, mit 16 das Abi absolviert und studiert.

Obwohl die Eltern dem Studienwunsch anfangs skeptisch gegenüberstehen, schlägt die Tochter den akademischen Weg ein, der sie für ihr Studium der Geschichte und Sozialwissenschaften nach Münster, Bielefeld sowie, unterstützt von der der Studienstiftung, für ein Jahr nach London führt. Dass sie in den Förderkreis der Studienstiftung aufgenommen wird, löst bei der jungen Studentin damals eher ambivalente Gefühle aus.

Gleichzeitig fühlt sie sich intellektuell ernstgenommen, was ihr Selbstbewusstsein stärkt und sie zusätzlich anspornt, ihre akademischen Ziele zu verfolgen. Dennoch, das positive Gefühl überwiegt. Die Sommerakademien, an denen Ute Frevert viermal teilnimmt, zählen im Rückblick zu ihren schönsten und prägendsten Erfahrungen als Stipendiatin: Deshalb rät sie aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten, an den Akademien und selbstorganisierten Workshops teilzunehmen. Ausschlaggebend für Ute Freverts Berufswahl ist ihr brennendes Interesse für Geschichte; einerseits als das Fremde, Unvertraute, andererseits als das, was jeden Menschen prägt und begleitet.

Anfang der er Jahre wird sie an der Universität Bielefeld promoviert, wo sie sich auch habilitiert. Nach Bielefeld kehrt sie als Professorin für Allgemeine Geschichte zurück. Eines ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Emotionsgeschichte. Die Expertin für Sozial- und Geschlechtergeschichte untersucht, ob und wie sich Gefühle verändern, wie sie geschichtlich geprägt sind, Ereignisse und Entwicklungen beeinflussen.

Keine leichte Aufgabe für die Geschichtswissenschaft, so flüchtige Gefühle wie Angst, Scham, Mitleid zu fassen zu kriegen. Denn Empfindungen drücken sich zwar in Texten, Gemälden, Tönen oder Gebäuden aus, zugleich verstecken oder verschlüsseln sie sich darin. Jahrhunderts veröffentlicht hat, nicht zuletzt Empathie und Mitgefühl, die zentral für den Umgang mit der Flüchtlingskrise seien. Als junger Mensch wollte er Dirigent werden: Talent und Interesse waren offensichtlich ausreichend vorhanden, fürchtete Pannenbergs Vater doch, sein Sohn könnte über die Liebe zur Musik die Schule vernachlässigen.

Doch mit dem Theologie-Studium entscheidet sich Wolfhart Pannenberg für eine akademische Laufbahn. Pannenberg zählt zu den bedeutendsten Theologen und Religionsphilosophen der zweiten Hälfte des Dabei spielten Christentum und Glaube in seiner Kindheit keine bedeutende Rolle: Oktober in Stettin geboren, wird er zwar getauft, doch seine Eltern haben sich bereits so weit von der Kirche entfernt, dass sie aus der Institution ausgetreten sind.

Dort erlebt Pannenberg als Gymnasiast die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, wird das elterliche Zuhause ausgebombt. Kurz vor Kriegsende wird der Jährige im Februar noch eingezogen und gerät in britische Gefangenschaft, aus der er im Oktober entlassen wird.

Pannenberg bewirbt sich erfolgreich um ein Stipendium der Studienstiftung. Mit deren Unterstützung verbringt er ein Jahr in der Schweiz: In jener Zeit beginnt er — parallel zu seiner Examensvorbereitung — mit der Dissertation und schreibt über das Verhältnis zwischen Willensfreiheit und Prädestination bei Duns Skotus, einem schottischen Theologen und Philosophen.

Und dennoch verhindern zahlreiche Hemmnisse eine rasche Effizienzrevolution. Der Staat muss fördernd, informierend und fordernd eingreifen. Je schneller der Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreitet, desto mehr nehmen auch die Schwankungen zu: Entweder ist zu viel Strom vorhanden oder zu wenig. Deswegen braucht es Stromspeicher. Ideen gibt es genug — doch nicht für jede ist die Zeit schon reif.

Der Ausbau von Stromleitungen ist für die Energiewende unverzichtbar: Zuküntig muss noch mehr Strom aus dem windreichen Norden in den energiehungrigen Süden der Republik geleitet werden. Doch der Ausbau ist teuer und nicht unumstritten. Doch staatlich beförderter Wettbewerb und der Atomausstieg beschneiden nun die Macht von E. Gleichzeitig werden Bürger mit Solaranlagen und mittelständische Unternehmen mit Windparks selbst zu Stromproduzenten. Der globale Ölmarkt wird zunehmenden von Staatsfirmen dominiert.

Wer sind die neuen Global Player und welche Interessen verfolgen sie? In den kommenden Jahren sind massive Investitionen erforderlich. Und auch wirtschaftlich ist die Energiewende eine Chance für den Technologiestandort Deutschland. Der Ölpreise unterliegt erheblichen Schwankungen. Grund dafür sind konjunkturelle Zyklen, Naturkatastrophen, Kriege und Spekulation, aber auch politische Eingriffe wie Subventionen oder die Freisetzung strategischer Ölreserven.

Erdgas ist einer der wichtigsten Energieträger in Deutschland und hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Erdgas kann flexibel eingesetzt werden und hat eine bessere Klimabilanz als Kohle oder Öl.

Die hohen Transportkosten könnten in Zukunft sinken, doch die steigende Nachfrage wird den Preis nach oben treiben. Deutschland hat das Ende der Atomkraft beschlossen. Andere Länder haben die verstärkte Nutzung dieser Technologie angekündigt - trotz Fukushima.

Doch eine Renaissance der Atomkraft ist unwahrscheinlich. Bis werden Reaktorblöcke abgeschaltet, doch komplexe Genehmigungsverfahren und hohe Baukosten machen den Neubau von AKW unattraktiv. Deutschland hat den Atomausstieg beschlossen. Ende geht der letzte Meiler vom Netz. Weltweit sind noch Atomkraftwerke in Betrieb, 65 Reaktoren werden zur Zeit neu gebaut. Insgesamt setzen 31 Länder auf Kernernergie - der Anteil am Strommix ist aber sehr unterschiedlich. Die interaktive Karte gibt einen Überblick.

Damit veränderte sich der gesetzliche Rahmen für die Energiewende in Deutschland. Die Energieabhängigkeitsquote der EU lag dabei bei mehr als 50 Prozent. Die Umwelt stellt uns Lebensgrundlagen und Rohstoffe zur Verfügung, die wir pflegen und erhalten sollten.