88 nachhaltige Indexfonds und Indizes im Test

 

Geldanlage nach ökologischen und ethischen Aspekten ist inzwischen auch mit passiven Indexfonds möglich. Das Magazin

Der Blick auf die Nachhaltigkeitsperformance der grünen Indexfonds dürfte umweltbewusste Anleger ins Grübeln bringen. Die Ratingagentur Morningstar hat sich die ausgewählten Unternehmen im Detail angesehen und beurteilt ihre Qualität in Sachen Nachhaltigkeit so: I'm here to help. Ein Aktieninvestment ist — wie Sie sicherlich wissen — etwas riskanter als ein Investment in einen breit aufgestellten Fonds.

What Can You Do?

So gehen Sie vor. Legen Sie einen Teil Ihres Geldes in nachhaltige Aktien-Indexfonds (ETFs) an, wenn Sie auf eine ethisch ausgerichtete Geldanlage Wert legen.

Euro von Privatanlegern stecken. Oder es sind sehr breit aufgestellte Publikumsfonds, bei denen die Nachhaltigkeit allenfalls im Namen steckt. Welchem Öko-Fonds kann man also wirklich vertrauen? Oder auch den ungleich strenger auswählenden deutschen Naturaktienindex, der in Recyclingunternehmen, Bio-Lebensmittelhersteller, Wasseraufbereiter, Fahrradbauer und Dämmstoffproduzenten investiert.

Oft werden dabei auch noch hohe Gebühren für die Fondsverwaltung fällig oder es fallen Ausgabeaufschläge an. Wirklich anlegerfreundlich und vor allem einfach war das alles nicht.

Doch offenbar haben auch die Fondsanbieter gute Vorsätze gefasst, so jedenfalls legen es die Zahlen von Ratingagenturen nahe: Sie haben nämlich für wieder viele neue Nachhaltigkeitsfonds aufgelegt, insgesamt Stück weltweit, darunter auch 29 nachhaltige Indexfonds. Das darf man durchaus als Erfolg für Grünanleger verbuchen. Nun sind leider nicht alle dieser Indexfonds auch börsengehandelt also wirkliche ETFs und nicht alle werden auch in Deutschland vertrieben.

Aber immerhin neun neue Produkte sind hierzulande als ETFs erhältlich. Viele davon setzen auf Aktien von bekannten US-amerikanischen Unternehmen, die in Punkto Ökologie, Soziales und nachhaltige Geschäftsführung vorbildlich sind.

Einige auch auf Unternehmen aus Schwellenländern, denn gerade dort spielen Umweltschutz und Arbeitsbedingungen ja eine entscheidende Rolle bei der Produktion. In anderen Indexfonds sind vorwiegend Papiere, also Aktien und Anleihen europäischer Unternehmen gebündelt. Die Ratingagentur Morningstar hat sich die ausgewählten Unternehmen im Detail angesehen und beurteilt ihre Qualität in Sachen Nachhaltigkeit so: Die Schwellenländer-Unternehmen schneiden besonders in ihrer Umweltbilanz gut ab, in Sachen Arbeitsbedingungen und ethische Unternehmensführung sind sie dagegen meist etwas schlechter als andere.

Wem es als Anleger darauf ankommt, dass er in Firmen investiert, die in allen drei Kriterien gut abschneiden, der sollte sich auf die Fonds mit europäischen Unternehmenspapieren konzentrieren. Denn deren Standards sind im Vergleich am höchsten, dagegen schneiden auch die amerikanischen Unternehmen etwas schwächer ab. Nachhaltigkeitsfonds haben durchweg erheblich bessere Ratings als der Gesamtdurchschnitt aller Fonds.

Und für die Wertentwicklung scheint zu gelten: Wer auf eine überdurchschnittliche Performance Wert legt , der sollte einen Nachhaltigkeitsfonds auswählen, der viele europäische Unternehmenspapiere beinhaltet, wenige Schwellenländer und auch weniger amerikanische Papiere. Fonds, die vorwiegend US-Öko-Aktien enthielten, entwickelten sich laut Analystenauswertungen eher unterdurchschnittlich.

Nun sind von den neuen Fonds auch nicht alle so wahnsinnig viel nachhaltiger als bisherige Produkte. Das zeigten zum Beispiel die Fonds der BNP Paribas, die sich schon allein deshalb nachhaltig nennen, weil sie darauf verzichten, in Waffenhersteller zu investieren, sagt Morningstar. Da hätte man sich schon ein bisschen mehr gewünscht. Und noch etwas haben die Analysten in Sachen grüne Fonds noch einmal überprüft: Wie diese in der Wertentwicklung im Vergleich zu herkömmlichen Produkten abschneiden.

Denn ein häufig verbreitetes Vorurteil ist ja, dass die Anleger bei Ökoprodukten auf Rendite verzichten wegen der eingeschränkten Auswahl an Branchen und Unternehmen, die dafür in Frage kommen. Sie laufen nicht besser oder schlechter als andere Fonds. Legen Fonds die Nachhaltigkeit noch strenger aus, dann zogen sie oft sogar an den breiten Aktienindizes vorbei. Das dürfte doch Anreiz genug sein, gute Vorsätze dieses Jahr auch umzusetzen, oder?

Nadine Oberhuber ist Wirtschafts- und Finanzjournalistin. Sie schreibt auf Capital. Sie finden in unserem Newsletter ausgewählte Kolumnen, Geldanlagetipps und Artikel von unserer Webseite, die wir für Sie zusammenstellen.

Während die Aktienkurse bröseln, sagen Analysten ein gutes Jahr für Rohstoffe voraus. Das macht die nachhaltige Geldanlage auf den ersten Blick deutlich einfacher und erleichtert die Auswahl der Fonds. Geprüft wurde sowohl die Güte des Auswahlverfahrens beim Index als auch die praktische Umsetzung der Anlagepolitik beim Fonds.

Bestenfalls durchschnittliche grüne Performance. Der Blick auf die Nachhaltigkeitsperformance der grünen Indexfonds dürfte umweltbewusste Anleger ins Grübeln bringen. Ein knappes Drittel landet glatt auf Rang 6. Nicht besser als der Index. Die passiv gemanagten Fonds kopieren nur das Muster der grünen Börsenindizes, nach deren Vorbild sie anlegen.

Ein eigenes Nachhaltigkeitsresearch oder gar eine eigene Titelauswahl finden nicht statt. Besser als der Index können sie daher nicht abschneiden. Diese Indizes werden meist nach weichem Best-in-Class-Ansatz zusammengestellt. Ausschlusskriterien spielen entweder gar keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Kein Wunder daher, dass immerhin 70 Prozent der untersuchten Indizes beim Auswahlverfahren bestenfalls durchschnittlich abschneiden. Lediglich der Solactive-Eurozone-Sustainability-Index glänzt auf dem Papier mit einem sehr strengen, qualitativ hochstehenden Auswahlverfahren. Allerdings zeigt die praktische Umsetzung mit insgesamt fünf fragwürdigen Titeln erhebliche Mä Jetzt bei kaufen.

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